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1. Zwölf Töne
Wir starten ganz am Anfang mit den Vorgaben der Natur (ausgedrückt in der Sprache der Physik).
Ein Ton entsteht durch Luftschwingung. Jeder Ton klingt mit einer festen Anzahl von Schwingungen pro Sekunde. Verdoppelt man diese, klingt derselbe Ton, aber deutlich höher.
Man kann das überprüfen, indem man die schwingende Saite einer Gitarre halbiert. Dazu legt man den Finger leicht auf die Mitte der Saite, so daß nur eine Hälfte schwingen kann, wenn man erneut zupft. Diese Mitte läßt sich messen, aber auch mit den Ohren bestimmen. Nur an einer bestimmten Stelle hört man einen klaren Ton.
Der ursprüngliche Ton wird als Grundton, der zweite als erster Oberton bezeichnet. Ihr Abstand heißt Oktave.
Notennamen
Um Tonhöhen benennen zu können, werden in den romanischen Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien klangvolle Namen verwendet: Do Re Mi Fa Sol La Si. Im angloamerikanischen Sprachraum werden sie mit Buchstaben bezeichnet.
Ein Ton ist in seiner Höhe festgelegt, der sogenannte Kammerton, der mit 440 Schwingungen pro Sekunde (= 440 Hertz) klingt. Er bekam den Buchstaben A. Sein erster Oberton schwingt mit 880 Hertz und ist im zweiten Bild mit einem kleinen a bezeichnet.
Teilt man diese Strecke zwischen Grundton und Oberton in sechs gleiche Teile, erhält man sechs ganze Töne. Diese werden nochmals geteilt, so daß wir von unserem Grundton A zwölf Halbtonschritte durchlaufen, bis wir bei seinem ersten Oberton a ankommen. Diese Schritte entsprechen dem Sprung von einer Klaviertaste zur nächsten (egal ob schwarz oder weiß) oder von einem Gitarrenbund zum nächsten.
Leider hat sich historisch eine Verwirrung in der Bezeichnung des zweiten Tons zwischen dem deutschsprachigen Raum und dem Rest der Welt eingeschlichen. Als Ton B ist nämlich überall der erste Ganzton bezeichnet, im deutschsprachigen Raum aber der erste Halbton.
Dieser heißt im angloamerikanischen Sprachraum B flat, abgekürzt Bb. Ab dem Ton c sind die Bezeichnungen bis zum g einheitlich, und die noch fehlende deutsche Bezeichnung für den ersten Ganztonschritt bekam dann den Notennamen H.
Am Klavier sieht man gut, ob ein Schritt von Buchstabe zu Buchstabe einen Ganz- oder Halbton weiterführt, da alle Notennamen auf weißen Tasten liegen. Braucht man zwei Schritte von weißer zu weißer Taste, weil eine schwarze dazwischen liegt, ist man einen Ganzton weitergegangen. Beim Weg von H nach c und von e nach f geht es in einem Schritt von weißer zu weißer Taste, also nur einen Halbton weiter.
Die Namen der schwarzen Tasten muß man von den weißen herleiten: ein -b an den Namen des Tons angehängt erniedrigt ihn einen Halbton tiefer. Dabei spricht man im deutschsprachigem Raum für ein angehängtes -b ein -es hinter den Notennamen: des, es, ges, as, b.
Im angloamerikanischen Raum wird für das das angehängte -b ein -flat gesprochen: d flat, e flat, g flat, a flat, b flat.
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